Geschichte von Hörnsheim

Aus der Geschichte unserer Heimatgemeinde Hüttenberg für den Bereich des früheren Ortes Hörnsheim.

Bodenfunde und die vorhandenen keltischen und germanischen Grabhügel deuten unzweifelhaft darauf hin, daß der Raum im Kleebachtal schon 2000 v. Chr. besiedelt war. Dies ergibt sich auch aus Untersuchungen des ehemaligen Hochelheimer Pfarrers Friedrich Kilian Abicht, der bereits 1835 über die germanischen Grabhügel im Hochelheimer Wald berichtet.

Durch das Wetzlarer Museum wurden im August 1961 aus einem keltischen Brandgrab Gegenstände geborgen, die einen Einblick in die Vorgeschichte unseres Gebietes geben. Die Wesensart der Menschen im Hüttenberger Land scheint ursprünglich in der Vermischung von Franken und Alemannen begründet zu sein. Später drangen die Germanen aus nördlicher Richtung vor, unsere Heimat war Grenzland; germanische Völkerschaften und römische Legionäre stießen in unserem engen Heimatgebiet zusammen. Der Pfahlgraben, der bis nach Grüningen reichte und 100 nach Christi gebaut wurde, zeugt noch davon. Sehr viel später gestaltete sich die heimische Landschaft. Es entstanden Dörfer. Die Häuser wurden meist aus Holz gebaut. Das bedeutendste Gehöft in der Umgebung war im 9. Jahrhundert der damalige Hof Rechtenbach, der heute noch steht und als das Waisenhaus Zoar bekannt ist.

Wie in Urkunden des Lorscher Kodex erwähnt, bestanden z. Zt. Karls des Großen (742815) in dem ehemaligen Kreis Wetzlar bereits 33 Dörfer. Wenn auch Hörnsheim nicht angeführt ist, so weisen Nachforschungen darauf hin, daß dies früher "Herlebesheim", "Hirsheim", "Hirnsheim" und zum Hüttenberger Gebiet gehörig war. Der Namensgeber für das "Hüttenberger Land" war ein Höhenrücken zwischen Langgöns und Niederkleen, der Name "Hüttenberg" ist 946 erstmals in einem Gießener Salbuch vermerkt. Dort wurden zurückgehend bis vermeintlich in die Zeit Karls des Großen die Zentgerichte abgehalten; diese dauerten oft Tage und Wochen, sie wurden auf dieser Anhöhe in extra aufgebauten Zelten oder Hütten unter freiem Himmel bzw., unter Eichen. und Linden abgehalten.

Um 1300 gehörte das damals 24 Dörfer umfassende Amt Hüttenberg gemeinsam dem Landgrafen von Hessen und dem Grafen von NassauSaarbrücken. Zu dieser Zeit war Langgöns, später GroßenLinden und dann wieder Langgöns Gerichtsort. Hörnsheim zählte damals verwaltungsmäßig wie auch kirchlich zu GroßenLinden. Zwar hatten die Hörnsheimer bereits 1344 eine urkundlich genannte Kapelle, zum Mittagsgottesdienst mußten sie aber nach GroßenLinden wandern.

Das Jahr 1527. kann als ein Reformationsjahr bezeichnet werden, die evangelische Kirche nahm aber erst 1532 feste Formen an. Am 22. 2.1600 fand in der Kirche zu Hörnsheim eine Visitation statt. "Die Gemeinde stand voll hinter ihrem Pfarrer Thobias Stockhausen aus GroßenLinden, und sie erklärte, daß an seiner Lehre nichts auszusetzen sei, über seinen Lebenswandel wolle man allerdings keine Aussagen machen. Als der Pfarrer schließlich eintraf, konnte er sich nicht rechtfertigen, er war "pleno vino" (d. h. betrunken).

Auch gingen die Kinder in GroßenLinden zur Schule und die Toten wurden dort bestattet.

Im 17. Jahrhundert kamen verheerende Zeiten über unsere Heimat. Durch die Pest und andere Einflüsse bedingt, lebten nach einem Bericht von Pfarrer J. C. Clemm 1641 nur noch 200 Einwohner, und nur 2 Schüler waren "bei Pulte", gingen also noch zur Schule. Flüchtlinge übernachteten im Backhaus, nur noch 14 Häuser waren bewohnt. Nach Angaben von Philipp Hoffmann aus Langgöns hatte Hörnsheim um das Jahr 1630 39 Häuser. Als Bewohner werden genannt: 5 Bauern mit 2 Pferden, 24 mit je 1 Pferd, 12 leibeigene Männer und 17 leibeigene Frauen. Hörnsheim war während des 30jährigen Krieges (1618 1648) sehr verarmt.

Während der Kriege Ludwig des XIV. (16381715) mußte Hörnsheim viele Truppendurchzüge und Einquartierungen hinnehmen, was erneut zu Verarmung und hohen Schulden führte, so daß viele Einwohner das liebe Brot nicht mehr hatten. 1693 brannte infolge eines Blitzschlags der Dachstuhl der Kirche ab. In den Folgejahren zog Johann Peter Schimmel als Kollektant durch die Lande von Frankfurt bis Berlin, von Celle nach Hannover, von Hamburg bis Kiel, ja sogar bis nach Schweden. Er konnte sein Ziel erreichen; mit den Kollekten wurde ein neuer großer Kirchturm erbaut, an dem sich die in Stein gehauene Inschrift befindet: "Anno 1694 den 7. April ist der 1. Stein gelegt in diesem Thorm. War Pfarrer Johann Philipus Eckard von GroßenLinden, Baumeister Johann Ludwig Will und Andreas Kocher, Bürgermeister Wilhelm Will und Johannes Kocher und Vorsteher Johannes Lang. "Gott erhalt darin dein Wort." Dieser große Turm, der eine auffällige Ähnlichkeit mit den Kirchtürmen in Langgöns und Eberstadt aufweist, dominiert und charakterisiert noch heute im besonderen Maße das Dorfbild nach allen Richtungen.

Der Wunsch zum Bau einer eigenen Schule ging in Hörnsheim erst 1703 nach der Teilung des Hüttenbergs in Erfüllung. Der erste Schulmeister war der Organist und Vorsänger Schaum. Vor der Erstellung der Schule hielt er seinen Unterricht in Bauernhäusern ab.

Nach jahrzehntelangen Unzuträglichkeiten entschloß man sich, den Verwaltungsbezirk Hessen und Nassau aufzuteilen. Diese Teilung wurde durch Vertrag vom 16. Juni 1703 vorgenommen; 7 Dörfer des ehemaligen Hüttenbergs, nämlich Pohlgöns, Kirchgöns, Langgöns, Leihgestern, Hausen, Annerod und Allendorf fielen an Hessen, während die Orte Dutenhofen, Lützellinden, Hörnsheim, Hochelheim, Dornholzhausen, Niederkleen und Großrechtenbach Nassau zugeordnet wurden. Dazu kamen auch noch die ehemals hessischen Orte Kleinrechtenbach und Vollnkirchen. Die Grafen forderten damals von ihren Untertanen nicht unerhebliche Abgaben, z. B. Neujahrsgeld, Mühlenzins, Freigeld, Tranksteuer, Landzollgeld, Blutzehnten, Weinkaufgeld, Judenschutz, Kesselflickerzins, Spatzenfang, Pflug, Flachs und Schweinschneidergeld, wozu noch Römer, Kriegs, Operations und Kreisgelder, Frohndienste und Prinzessinnensteuer kamen.

Mitte des 18. Jahrhunderts erging die Verordnung des Fürsten Karl August von Nassau, daß die Bauern ihre Häuser aus Stein aufbauen sollten, weil Holzhäuser eine große Brandgefahr darstellten.

Im Jahr 1813 durchzogen russische Truppen auch unser Dorf. Sie waren sehr gefürchtet, forderten "Schnaps, Groß Fleisch, Groß Brot" und brachten die russische Krankheit, das Typhus, mit.

Durch die Verträge vom 15. Mai 1815 und 30. Juni 1816 fiel das Hüttenberger Land an das Königreich Preußen, der Kreis Wetzlar wurde gebildet und der Rheinprovinz angegliedert. Im Jahre 1836 zählte nach Pfarrer Abicht Hörnsheim 70 Häuser und 425 Einwohner, die sich ihr Lebensbrot im Ackerbau, in der Viehzucht, beim Ziegelbrennen und Bierbrauen verdienten. Als besondere Eigenschaft der Hüttenberger nennt Abicht: Ihren rechtlichen Sinn und ihr strenges Festhalten am Herkömmlichen und am Brauchtum, "Kriecherei und Schmeichelei" seien nicht ihre Sache, sie strebten fleißig und sparsam nach Wohlhabenheit und liebten "Waitzenkuchen, Branntwein und Hirsebrei". Damals trugen die Männer weiße oder blaue Leinenkittel, die Frauen je nach ihrem Stand eine Anzahl Röcke aus Schafwolle oder Tuch. Das typische Hofbauwerk in U oder Winkelform wurde von einem hohen, dem sogenannten Hüttenberger Hoftor, abgeschlossen.

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts setzte in unserem Dorf eine große Aufwärtsentwicklung ein. Die Herstellung und der Handel mit Handkäse brachten Geld, das äußere Bild der Gebäudlichkeiten änderte sich. Die typischen Hoftore wurden eins nach dem anderen abgebrochen, an den Straßenseiten der Gebäude wurde 2 große anstelle von 4 kleinen Fenstern gebaut. 1911 wurden durch Zusammenlegung größere Äcker geschaffen, wobei vermerkt ist, daß diese "Bereinigung zunächst von großem Geschrei" begleitet war, weil jeder die besten Äcker gehabt und die schlechtesten bekommen haben wollte. Zu dieser Zeit wurden 62 Obstbäume "am Stern" gepflanzt. In der Folgezeit bis in die 60er Jahre wurde das "Vogelsberger Rind", dann das "Mitteldeutsche Rotvieh" sehr erfolgreich und engagiert gezüchtet, womit der Name von Hörnsheim in deutschen Landen sehr bekannt wurde.

Die um 1830 errichtete alte Schule erwies sich infolge des laufenden Einwohnerzuwachses als zu klein. So wurden 1912 die Baupläne für ein neues Schulhaus von der Regierung genehmigt. 1913 stand schon der Rohbau der Schule, infolge des Krieges von 19141918 mußten alle weiteren Arbeiten eingestellt werden.

Im Jahre 1913 baute die Firma Siemens und Schuckert in Hörnsheim das elektrische Ortsnetz, am 27. November 1913 abends um 18.30 Uhr brannte zum ersten Mal das elektrische Licht.

Der eingesetzte wirtschaftliche Aufschwung war mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges nachhaltig unterbrochen. Durch ein Mißverständnis des Poststelleninhabers wurde die Mobilmachung in Hörnsheim bereits am 31. Juli 1914 ausgeschellt, 15 Stunden früher als im übrigen Deutschland.

Wegen der Rohstoffknappheit wurden die beiden kleineren Glocken sowie die Prospektpfeifen der Orgel am 2. Juli 1917 eingeschmolzen. Während der ärmlichen Kriegsjahre war die Schuljugend mehrfach zum Schneiden von Brennesseln und Suchen von Bucheckern, die an Wetzlarer Firmen verkauft wurden, eingesetzt. Zur Minderung einer Plage sammelten die Schulkinder im Juli 1917 24 578 Schmetterlinge. Aus Armut mußte im Frühjahr 1918 Laub und Waldgras zur Viehfütterung eingeholt werden. In dem Weltkrieg von 19141918 gaben 19 Hörnsheimer ihr Leben für Heimat und Vaterland.

Als die erste große Not behoben war, war es für die gläubigen Hörnsheimer eine vorrangige Aufgabe, das Geläut in ihrer Kirche wieder auf drei zu ergänzen. Am 23. Februar 1920 wurden die kleine Glocke (ZehnUhrGlocke) mit der Inschrift "Gott allein die Ehre! Herrgott du bist unsere Zuflucht für und für!" und die mittlere Glocke (GemeindeTotenElfUhrGlocke) "Oh Land, Land, Land, höre des Herrn Wort! " in den Dienst gestellt. Mit der großen Glocke (ZwölfUhrGlocke l,Siegmundta, Arnoltta von KleinFulta gos mich. Der Kleinkirchen din ich, zu gotes word rof ich 1596") war das Geläut auf fisah gestimmt.

Die 1913 begonnene "Neue Schule" sollte im November 1919 eingeweiht werden, wegen Kohlenmangels mußte dieser Akt bis Sommer 1920 verschoben werden. Am 18. Juni 1922 wurde das Ehrenmal vor der Kirche eingeweiht. Die Kosten betrugen rund 30 000 Mark, es wurden hohe Spenden gesammelt. Der Inflation im Jahr 1923 folgten relativ ruhige Jahre. 1926 gab es zwei herausragende Ereignisse; im Juli trat ein starkes Hochwasser wie bereits im Januar 1920 sowie später im März 1942 und in 1984 zutage. Am 7. August wurde in Hörnsheim die 1. Buslinie Niederkleen-Gießen eröffnet, die jedoch 1927 wegen Unrentabilität auf die Endstation Hochelheim gekürzt wurde.

Nach dem 1928 getroffenen Beschluß der Gemeindevertretung wurde gemeinsam mit Hochelheim eine Wasserleitung gebaut, die am 9. Juli 1931 in einem kleinen Festakt durch den Gemeindevorsteher Jung der Bevölkerung übergeben wurde. Da das überschüssige Wasser aus Niederkleen insbesondere an heißen Tagen nicht mehr ausreichte, (die Niederkleener sagten damals, die Hochelheimer und Hörnsheimer würden sich nach dem Heumachen zuviel waschen), mußte dies tagsüber oft abgestellt werden. Deshalb entschlossen sich die Gemeinden, eigene Brunnen zu bohren; es entstand ein solcher am Sportplatz.

Am 1. Oktober 1932 wurde der ehemalige Kreis Wetzlar aus der Rheinprovinz (Koblenz) der Provinz Hessennassau (Reg.Bez. Wiesbaden) zugeordnet.

Sicher nicht nur aus Tradition erreichte die Hörnsheimer Tierzucht mit den "Vogelsbergern" große Erfolge, 1929933 errang die Kuh des Landwirts Wilhelm Beppler dreimal den preußischen Staatspreis und einmal den 1. Milchleistungspreis von Preußen. Eine Volkszählung am 17. Juni 1933 ergab 138 Haushaltungen und 686 Personen. 1934 wurde zum Brandschutz eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Im März 1935 fand bei gleichzeitiger Einweihung die 1. Bestattung auf dem neuen Friedhof am Dorfgraben statt. Am 1. Juli gleichen Jahres wurde ein "Sommerkindergarten" für 36 Kinder in Betrieb genommen.

Der Haushaltsplan der Gemeinde war 1937 auf 54 000 Reichsmark ausgeglichen festgesetzt. Im Juni 1938 wurde in Hörnsheim die Reichsbodenschätzung durchgeführt. Die überwiegenden Flächen sind sehr fruchtbarer Ackerboden; es wurde in 35 Betrieben über 5 ha Nutzfläche bewirtschaftet.

Im August 1939 wurden erstmals Artilleristen bei der Erntehilfe tätig. Am 26. August wurden 47 Einwohner in den Heeresdienst einberufen, ebenso mußten 16 Pferde abgeliefert werden. In diesem Jahr wurden auch in unserem Gebiet die ersten Kartoffelkäfer festgestellt. Nach dem Kriegsausbruch am 1. September gab es in Hörnsheim am 6. November Fliegeralarm. In den Kriegsjahren mußten immer wieder gefangene Polen, Belgier und Franzosen den heimischen Landwirten bei ihrer Arbeit helfen. Der kalte Winter 1941/42 brachte Temperaturen bis 29 1. Bei den zunehmenden Bombenangriffen auf die Nachbarstädte Gießen und Wetzlar sowie die Bahnstationen GroßenLinden, Langgöns und den Flugplatz von Kirchgöns hatte Hörnsheim Glück; es fielen 1944 nur wenige Bomben in der Ortsnähe. 1945 wurden in Hörnsheim Flakeinheiten einquartiert; trotz Widerspruchs des Schulleiters und der Gemeinde wurde ein Geschütz auf dem Schulhof aufgestellt. Am 28. März 1945 um 8.30 Uhr zogen die Amerikaner, Gott sei Dank kampflos, in Hörnsheim ein, so daß für unser Dorf der 2. Weltkrieg beendet war. Die traurige Bilanz waren 35 Gefallene, 7 Vermißte und viele Verwundete.

In den ersten Folgewochen wurden durch die Besatzungsstreitkräfte (Amerikaner) und die frei gewordenen Gefangenen (Polen) der einheimischen Bevölkerung, insbesondere aber vielen Frauen, große Demütigungen auferlegt. Nach dem 1. Transport am 20. März 1946 trafen bis September des gleichen Jahres in unserer Heimatgemeinde 369 Flüchtlinge und Heimatvertriebene ein; diese Neubürger kamen überwiegend aus dem Sudetenland und brachten als Katholiken eine konfessionelle Vermischung. Hörnsheim hatte damals über 1000 Einwohner. Die Integration dieser Mitbürger erbrachte für die Einheimischen in ihrer räumlichen Enge ganz große Probleme, die sich infolge wirtschaftlicher Not und der Geldentwertung noch erschwerten; z. B. kosteten im Mai 1948 im Schwarzhandel ein halbes Pfund Seife 100 RM und 1/2 Pfund Fett 125 RM. Die meisten Menschen und besonders die Flüchtlinge erlitten bittere Not.

Im Oktober 1945 wurde auch der Schulbetrieb wieder aufgenommen, Ende 1947 waren in den Hörnsheimer Schulen sogar 3 Lehrer mit 3 Klassen tätig; wegen abnehmender Einwohner und Schülerzahl wurde im März 1953 ein Lehrer wieder abgezogen. In der Folgezeit, und dies soll an dieser Stelle herausgestellt werden, haben sich Einheimische und Flüchtlinge besonders bewährt; sie lebten zusammen, die schier unüberwindbar erscheinenden Nöte wurden gemeinsam gemeistert. Aus dieser Willensstärke ergaben sich auch die Kraft und der Geist, worin in Hörnsheim wie in der Bundesrepublik das vielgepriesene Wirtschaftswunder gründete. Im Februar 1947.traten wieder starke Überschwemmungen des Kleebachtales und des Schwingbaches auf.

Mit der Währungsreform am 21. Juni 1948 traten wieder geordnete Verhältnisse ein, dem deutschen Fleiß und Unternehmensgeist waren ungeahnte Möglichkeiten eröffnet. Wie auch nach dem 1. Weltkrieg galt die Sorge der Hörnsheimer der Beschaffung eines Geläutes. Die während des 2. Weltkrieges abgelieferten Glocken wurden durch drei neue aus der Glockengießerei Rinker in Sinn ersetzt und am 1. Oktober 1950 geweiht. Es war für die Bürgerschaft ergreifend, als die ZwölfUhrGlocke, die dem Gedächtnis der Gefallenen und Vermißten zweier Weltkriege gewidmet wurde und die Inschrift trägt: "Niemand hat größere Liebe, denn daß er sein Leben lasse für die Brüder", mit gewaltigem Schall geläutet wurde.

1952 gehörten dem neugewählten Gemeinderat 5 Hörnsheimer und 4 Neubürger an, die den bereits 1945 von den Amerikanern eingesetzten und 1948 berufenen Bürgermeister Heinrich Bork wiederwählten. 1953 wurde das Gemeindehaus in der Hauptstraße Nr. 17a erbaut. 1954 erfolgte die Bohrung eines neuen Tiefbrunnens für die Gemeinden Hörnsheim und Hochelheim am Sportplatz. Damals war auch der Bau einer neuen Dorfschule in Verbindung mit einer Mehrzweckhalle erörtert worden.

1956 wurde als Nachfolger von Heinrich Bork Herr Wilhelm Glaum zum neuen Bürgermeister in Hörnsheim gewählt; seine Wahl wurde 1960 bestätigt.

1958 wurden zwei Gemeindehäuser an der Lützellindener Straße gebaut und damit die vorhandene Wohnungsnot etwas gemildert. Außerdem begannen am 23. April 1963 in unserem Dorf die Kanalisationsarbeiten, die sich bis zum 16. Mai 1964 hin zogen. Ebenfalls wurde 1964 mit dem Bau dreier Brücken in Vorbereitung der Anlegung der Autobahnstrecke GießenSiegenHagen begonnen; in diesem Zusammenhang erfolgte auch der Straßenbau nach GroßenLinden. Der jahrzehntelang vorhanden gewesene Mühlgraben vom Wehr bis nach GroßenLinden wurde verfüllt und als Ackernutzung freigegeben.

Nach der Kommunalwahl im Oktober wurde am 21. November 1964 der damals 29jährige Hans Schmidt zum neuen Bürgermeister gewählt.

Am 22. Februar 1965 bildete man in Dornholzhausen den Schulverband Hüttenberg aus den Gemeinden Hochelheim, Hörnsheim, Niederkleen und Dornholzhausen; jahrelange Überlegungen, einen Schulverband mit GroßenLinden zu gründen, waren damit beendet. 1965 wurden auch die ersten Rohrverlegungen für den Abwasserverband Kleebachtal im Bereich der Autobahnkreuzung vorgenommen, was der Beginn für größte finanzielle Aufwendungen war. 19651966 konnte ein Bebauungsplan aufgestellt und Bauland umgelegt werden, so daß auch in Hörnsheim eine rege Bautätigkeit einsetzen konnte. Im Tiefbrunnen wurde eine Wasseraufbereitungsanlage installiert, und die Qualität des geförderten Wassers wesentlich verbessert. 1966 konnte der "Dern'che Platz" am Ortsausgang in Richtung Hochelheim als Grünanlage angelegt werden, die straßenweise Hausnumerierung wurde zum 15. Juli 1966 gültig. 1964/65 und 1967/68 wurde die Hauptstraße in Hörnsheim ausgebaut. In den folgenden Jahren hat die Gemeinde Hörnsheim alle erforderlichen Straßenbaumaßnahmen bei Mitfinanzierung seitens der Anlieger durchgeführt. Wegen des Autobahnbaues und der Grundstückszersplitterung durch Erbteilung sowie der Aussiedlung von 4 landwirtschaftlichen Betrieben wurde 1963 eine Flurbereinigung und dabei Ortsvermessung eingeleitet. Die Übergabe der neuen Flächen erfolgte im Herbst 1968, die Gesamtgemarkungsfläche beträgt 591,81 ha, davon 448,62 ha landwirtschaftliche Nutzfläche. 90,11 ha Wald und 53,08 ha sonstige Flächen.

Im Juli 1966 fand auch die erste Besprechung für den Bau eines neuen Kirchenschiffes statt; die Planungen begannen im Januar 1967. Letztmalig konnte das alte Kirchenschiff zu einer Konfirmation am 29. Oktober 1967 genutzt werden. Nach dem Abbruch im November mußte der Weihnachtsgottesdienst 1967 in der Kirche Lützellinden stattfinden, ebenfalls die Festgottesdienste zu Ostern und Pfingsten und die Konfirmation 1968. Am 13. Juli 1969 wurde die neue Kirche ihrer Bestimmung übergeben.

Die mit der bereits erwähnten Gründung eines Schulverbandes eingeleitete Schulreform setzte sich fort. Nicht zuletzt wegen der schlechten Schulgebäude in Hörnsheim wurden am 20. April 1966 Kinder aus Hochelheim und Hörnsheim erstmals in Hochelheim eingeschult. Die Planung für eine Gesamtschule "Am Butzbacher Weg" wurde von der Regierung nicht genehmigt; später wurde dann in Hochelheim eine neue Grundschule gebaut. Am 19. Februar 1968 wurde das neue Hörnsheimer Schulhaus als Gemeindekindergarten in Betrieb genommen. Die Nebenräume auf dem Schulhof wurden abgebrochen und ein Spielplatz eingerichtet; die Einweihung fand am 27. Juli 1968 statt.

Ein sehr erregendes und zunächst die Einwohnerschaft in zwei Lager spaltendes Ereignis waren die Verhandlungen über die Zusammenlegung der beiden Orte Hochelheim und Hörnsheim zur Großgemeinde Hüttenberg. Bei Würdigung des kommunalen Geschehens und in Kenntnis des Vorhabens der Hessischen Landesregierung war absehbar, wann diese Gemeinden ihre Selbständigkeit hätten aufgeben müssen; auch waren die vielen Gemeinsamkeiten durch die Wasserversorgung, Vatertierhaltung, Schwesternstation und andere grenzübergreifende Dinge sowie menschliche Verbindungen dahingehend bedeutsam.

Am 18. Dezember 1967 beschloß die Gemeindevertretung Hörnsheim unter dem Vorsitz von Bürgermeister Hans Schmidt mit 5 gegen 4 Stimmen den Zusammenschluß auf der Grundlage eines Grenzänderungsvertrages. Dieser Zusammenschluß erfolgte zum 1. August 1968. Der Regierungspräsident berief Hans Schmidt zum kommissarischen Bürgermeister, sein Stellvertreter wurde Anton Viehmann, der Bürgermeister aus Hochelheim. Anfang 1968 war in der "Wetzlarer Neue Zeitung" zu lesen: "Die Menschen der Nachbargemeinden Hörnsheim und Hochelheim feierten am 1. August in schlichter, eindrucksvoller Weise die Verschmelzung ihrer beiden Dörfer zu der Gesamtgemeinde Hüttenberg, die jetzt 2500 Einwohner zählt. Während am Vormittag mit einem Festakt und im Beisein vieler Ehrengäste dieser denkwürdige Tag besiegelt wurde, standen der Nachmittag und Abend ganz im Zeichen der neuen Dorfgemeinschaft." Am gleichen Tag wurde auch der Grundstein für ein Sportzentrum gelegt. Gerade diese Veranstaltung und die Ausstrahlung hatten der gesamten Bevölkerung einen positiven Eindruck gemacht. Es setzte unter Mithilfe aller Bürger eine beispielhafte Entwicklung ein. In Verbindung mit dem Bau der erwähnten Sporthalle wurden Vorstellungen für ein Bürgerhaus entwickelt, die freie Fläche zwischen den beiden Ortsteilen wurde als ein neuer Ortsmittelpunkt und Kern geplant, so wie er sich heute funktionierend und zukunftsträchtig darstellt. Rechtzeitig waren auch im Juli 1968 die Verbindungsstraße zwischen Hochelheim und Hörnsheim, die neue Brücke und die vielen Parkplätze mit Bepflanzung und Straßenbeleuchtung fertiggestellt worden.

Nach der Kommunalwahl 1968 wurde am 22. November Hans Schmidt einstimmig zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister der neuen Gemeinde Hüttenberg gewählt.

Die Bauleitplanungen in "Junge Gräben" und am "Butzbacher Weg" stellten sicher, daß der große Bedarf an Bauplätzen befriedigt werden konnte. Zu erwähnen sind die Erfolge im Rahmen der Dorfverschönerungsaktionen  Hüttenberg wurde 1970 und 1971 Landessieger. Im Juli 1971 wurde zwecks Auflockerung des Ortsbildes die 1703 errichtete und leerstehende Schule an der Hauptstraße abgerissen und eine Grünanlage angelegt. Mit dem Bau ab 1972 und der Inbetriebnahme 1973 eines neuen Hochbehälters mit 1200 m³ Fassungsvermögen sowie einer automatischen Steuerung zu den Brunnen wurde die Wasserversorgung zeitgemäß hergestellt.

Gemäß Beschluß des Presbyteriums vom 3. Juli 1970 wurden infolge der Kommunalreform auch die beiden Kirchengemeinden Hochelheim und Hörnsheim unter einer Pfarrei zusammengeschlossen.

Wegen der starken Vereinsaktivitäten und fehlendem Saal wurden 1974 die Gespräche über den Bau eines Bürgerhauses eingeleitet. Der 1. Spatenstich wurde am Samstag, dem 27. Mai 1978, vorgenommen, am Freitag, dem 6. April 1979, wurde Richtfest gefeiert und am Freitag, dem 22. Februar 1980, konnte die Einweihung begangen werden. Ein großer Schreck ereilte die Hüttenberger Bevölkerung, als am Samstag, dem 26. September 1981 um 17.03 Uhr, das Dach des großen Saales in diesem Haus einstürzte. Gott sei Dank waren bei diesem Schaden Menschenleben nicht zu beklagen. Bereits im Februar 1982 konnte nach dem Wiederaufbau das Haus den Vereinen und Bürgern wieder zur Verfügung gestellt werden. Die Kosten beliefen sich auf DM 462 016,55.

Von 1968 an wurden auch in der neuen Großgemeinde alljährlich erhebliche Mittel für Straßenbauarbeiten bereitgestellt.

Nachdem die Einwohnerzahlen in Hüttenberg weiter zugenommen hätten, mußte 1978 ein Anschluß an die Versorgungsanlagen des Wasserverbandes Mittelhessen zwecks Bezug zusätzlich benötigten Trinkwassers hergestellt werden; für neue Brunnen gab es keine Genehmigung mehr.

Am 21. November 1974 wurde die Amtszeit von Bürgermeister Hans Schmidt bis zum 31. Dezember 1977 verlängert. Die Landesregierung hatte für 1977 eine gesetzliche Gebietsreform vorgesehen; demzufolge konnte eine Wahl nicht stattfinden. Hans Schmidt wurde im Mai 1977 und im Januar 1983 für jeweils 6 Jahre wiedergewählt.

In der zum 1. November 1977 gebildeten neuen Großgemeinde, bestehend aus den Ortsteilen Hüttenberg, Rechtenbach, Volpertshausen, Weidenhausen, Vollnkirchen und Reiskirchen, wurden die ursprünglich im Ortsteil Hüttenberg vorgesehenen Maßnahmen fortgeführt. Vorrangig zu nennen ist hier der neue Friedhof. Die ersten Gespräche gingen zurück bis ins Jahr 1974. Die neue Anlage für 324 Reihengräber, 244 Doppelgräber, 76 Urnen und 100 Kindergräber wurde am Sonntag, dem 20. November 1981, durch Bürgermeister Hans Schmidt und die beiden Pfarrer KarlLudwig Weippert (ev.) und Mathijs Vervloed (kath.) übergeben, die Friedhofskapelle wurde eingeweiht.

Als einer der ersten auf diesem neuen Friedhof wurde der seit 1945 in Hörnsheim tätig gewesene, allseits geschätzte und beliebte Arzt Dr. med. Erich Volk am 23. September 1981 beigesetzt.

Der Ortsteil Hörnsheim wurde am Montag, dem 10. August 1981, erneut von einem katastrophenartigen Hochwasser heimgesucht. Der Kleebach und der Schwingbach traten stark über die Ufer, Überschwemmungen ergaben sich insbesondere in der PaulSchneider Straße, in der Lohstraße und in der Ringstraße. Sogar das auf dem Sportplatz stehende Kirmeszelt stand bis 25 cm unter Wasser, der Kirmesmontag fand einen ungewollten, vorzeitigen Abschluß.

Nachdem sich in der Folge der Gebietsreform wie viele andere Vereine auch die Freiwilligen Feuerwehren Hochelheim und Hörnsheim zusammengeschlossen hatten, erhielt die FFW Hüttenberg am 18.9.1985 an der Brückenstraße ein neues Feuerwehrgerätehaus

Am 1. Nov. 1986 wurde der für den OT Hörnsheim zuständige langjährige und beliebte katholische Pfarrer Vervloed aus Altersgründen unter großer Beteiligung auch der evangelischen Bevölkerung verabschiedet.

Im OT Hörnsheim wurde nach dem Krieg zunächst im alten Vereinshaus an der Rechtenbacher Straße, später im Verwaltungs u. Wohngebäude an der Hauptstraße und ab 1986 in der neuen Einrichtung "Neue Schule" ein Kindergarten betrieben. Die darin seit Jahrzehnten tätige Leiterin Maria Althen wurde am 28. 1. 1987 verabschiedet.

Am 7. Dezember 1988 wurde Bürgermeister Hans Schmidt auf weitere 6 Jahre wiedergewählt.

Im Wintervierteljahr 1989/90 fand eine größere Rückschneideaktion der Kopfweiden am Kleebach und am Schwingbach statt, waren doch über viele Jahre jegliche Pflegearbeiten unterblieben; die Bäume drohten infolge des erheblichen Zuwachses auseinanderzubrechen. Früher waren die Grundstücksgrenzen in der Bachmitte und für die Landwirte war es im Winter eine angenehme Nebeneinkunft, sich das Brennholz zu schneiden und Reisigwellen zum Brot oder Kuchenbacken einzubinden. Nach der Flurbereinigung Anfang der 70er Jahre lag die Zuständigkeit bei der Gemeinde, und sie mußte zur langfristigen Erhaltung dieser landschaftstypischen Bäume tätig werden.

Am 12. 7. 1989 wurden als Hinweise für Fremde auf sogenannten inoffiziellen weißen Schildern die Dorfnamen "Hochelheim" und "Hörnsheim" an den Ortseingängen wieder aufgestellt.

Zur Verbesserung des Landschaftsbildes führte der Obst und Gartenbauverein im November 1989 Pflanzaktionen am Kleebach und am Surbach durch.

Am 1. Dezember 1989 konnte Bürgermeister Hans Schmidt das relativ seltene 25jährige Dienstjubiläum feiern.

Die Landwirtschaft im OT Hörnsheim unterlag in den letzten Jahrzehnten einem dauernden Strukturwandel. Wurden in den Nachkriegsjahren zwischen 250 und 300 Milchkühe gehalten, führte die Milchüberproduktion zu Absatzschwierigkeiten und damit zwangsläufig zum Rückgang der Milchviehhaltung. Die vielen über unsere Region hinaus anerkannten Züchter der "Vogelsberger" gaben ebenfalls auf. Waren noch in früheren Jahren in Hochelheim und Hörnsheim zusammen 8 Bullen gehalten worden, so wurde der letzte Zuchtbulle am 28. 2. 1990 abgeschafft.

Durch einen Orkan am 8. 3.1990 wurden im Gemeindewald 30.000 Festmeter Holz geworfen, vor allem Fichten und Kiefern.

Von den Naturgewalten wurde auch die Dacheindeckung der Hüttenberger Sporthalle auf den Parkplatz gewälzt. Dies war der Anlaß für ganz erhebliche Sanierungsarbeiten in der Sporthalle, verbunden mit Verbesserung der Wärmedämmung, dem Einbau eines neuen Sportbodens, neuer Fenster und Türenanlagen mit doppelglasigen Scheiben sowie der gesamten Technik und Lüftungsanlagen. Diese Arbeiten zogen sich bis zum Frühjahr 1994 hin und verursachten Gesamtkosten i. H. von 3,5 Mio. DM. In diesem Zusammenhang ist am 5. August 1992 auch ein neuer Kraftraum (Konditionsraum) in Betrieb genommen worden.

1990 erfolgte die Ausleuchtung der Kanalisation. Damit sollten Schäden festgestellt werden, um das Eindringen von Grundwasser und Auslaufen von Schmutzwasser zu verhindern. Es war seitens der Gemeinde im Interesse der Grundwassersicherung und der ökologischen Vorsorge eine weitsichtige Entscheidung.

Im Jahre 1991 diskutierten und beschlossen die Gemeindevertreter auch die Ausweisung eines neuen Festplatzes für den gesamten Ortsteil Hüttenberg. Während die Gegner aus historischen Gründen für die Beibehaltung der bisherigen Festplätze stimmten, votierte die Mehrheit dafür, den seit 1950 genutzten Fest, Sport und Tennisplatz im Einzugsbereich des Tiefbrunnens wegen fehlender Parkplätze und nicht vorhandener Kanalanschlußleitungen zu gegebener Zeit nicht mehr als Festplatz einrichten zu lassen. Der neue Festplatz ist an der Berliner Straße mit einer Anbindung an den innerörtlichen Bereich "Junge Gräben" geplant und soll im Wege einer Baugebietsausweisung angelegt werden.

Am 3. 6. 1991 konnte der TV Hüttenberg auf 60jährige handballerische Tätigkeit und 85jähriges Bestehen zurückblicken; auch der MGV "Eintracht" wirkte dabei mit.

Am 12. 7. 1991 wurde Bürgermeister Hans Schmidt, seit 1972 im Kreistag und mit vielen anderen Ehrenämtern betraut und von 1970 bis 1995 auch Vorsitzender des Gesangvereins "Eintracht", durch den Landrat des LahnDillKreises, Gerhard Bökel, das vom Bundespräsidenten verliehenes Bundesverdienstkreuz am Bande übergeben.

Wie überall hatte auch im OT Hörnsheim als eine Entwicklung der Zeit der Kraftfahrzeugverkehr erheblich zugenommen; für Fußgänger gerade in der Hörnsheimer Hauptstraße mit unterschiedlichen Gehwegbreiten führte dies oft zu problematischen Situationen. Unter diesem Aspekt wurde in den Gemeindekörperschaften Ende 1992 der Bau eines Fußweges zwischen der Ringstraße (frühere Schäfergasse in Hörnsheim) entlang am Kleebach bis zur PaulSchneiderStraße teilweise sehr emotional diskutiert. 93 Bürger/innen hatten sich mit ihren Unterschriften aus Überlegungen zum Schutz von Flora und Fauna dagegen ausgesprochen, während 139 Bürgerinnen und Bürger den Ausbau dieses Fuß und Radweges für notwendig hielten. Die gegenseitigen Standpunkte wurden nachhaltig vertreten. Nach mehrheitlich gefaßtem Beschluß im Gemeindeparlament und der Genehmigung durch den Regierungspräsidenten konnte 1993 im Spätherbst der Weg ausgebaut und im April 1994 durch den Bürgermeister freigegeben werden.

Infolge der Einwohnerentwicklung und der gestiegenen Geburtenquote ergab sich auch die Notwendigkeit zur Schaffung weiterer Kindergartenplätze; der zweigruppige Kindergarten "Am Wehr" war mittlerweile nicht mehr ausreichend für den OT Hörnsheim. So konnten am 08.09. 1993 eine erste Gruppe und am 02.03. 1994 eine zweite Gruppe in der Grundschule Hochelheim übergangsweise eingerichtet werden.

Aus diesen wesentlichen Abläufen ergibt sich die nach wie vor gute Entwicklung des Ortes Hüttenberg und damit auch des Ortsteils Hörnsheim. Alle Bürgerinnen, Bürger und Vereine haben maßgeblich dazu beigetragen, daß bei einem guten Miteinander die Herausforderungen bewältigt werden konnten.

Die Hüttenberger (Hörnsheimer) haben sich im Verlauf der Jahrzehnte und Jahrhunderte immer sowohl als fleißig und realistisch als auch als modern denkend gezeigt, und sie sind somit ein wichtiges Glied in der Kette des dörflichen Geschehens.

Möge uns der Herrgott in Zukunft vor Katastrophen und schlimmen  Geschehnissen bewahren, mögen gegenseitige Achtung, Gemeinsinn und eine friedliche Zukunft erhalten bleiben. Hüttenberg und unser früheres Hörnsheim, unser schöner Heimatort, soll weiter wachsen, blühen und gedeihen.

H.S.

 

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